BlogWohnmobil und Fähren, Routen, Tipps und Tricks

Wie ihr ja sicherlich wisst, ist die Heimat unserer wunderschönen Old Honk Retro- Bullies das Hamburger Umland und was liegt da näher, als ein Bulli Road Trip samt hiesiger Fähren, durch eines der Skandinavischen Länder, oder direkt auf kurzem Weg, auf eine der deutschen Inseln in Nord- und Ostsee.

Damit ihr nicht so viele Urlaubstage allein mit der Anreise “verplempern” müsst, ist die Nutzung von Fähren natürlich super praktisch. Aus diesem Grund dachten wir uns, wir stellen euch einige der meist genutzten Fährverbindungen in Richtung Skandinavien vor und bringen so ein bisschen Klarheit in den Dschungel der verschiedensten Fähren bzw. Verbindungen.

Heute dreht sich also alles um das Thema “Fähren nutzen mit dem Wohnmobil”.

Zudem erhaltet ihr weitere Infos zu den Fährverbindungen auf die deutschen Inseln in Nord und Ostsee und bekommt so (hoffentlich 🙂 ) einen Überblick über die verschiedenen Inseln und auf welcher sich ein Wohnmobil Urlaub lohnt und welche Ihr besser nur für einen Tagesausflug besucht.

 

Doch bevor wir zu den einzelnen Fährstrecken kommen, hier noch einige allgemeine Tipps zum Thema ” Fähren, Wohnmobile und Camping”

 

1.) Das richtige Ticket.

Möchtet ihr vorab ein Fährticket buchen, müsst ihr auf jeden Fall die Länge des Fahrzeugs beachten. Dabei kommt es, so leid es mir tut, auch wirklich auf die genaue Länge an. Beispiel, ändert sich der Tarif bei einer Fahrzeuglänge von 4m und euer Fahrzeug ist 4,02 m lang, dann müsst ihr tatsächlich den teureren Tarif buchen. Bei der Auffahrt auf die allermeisten Fähren, werden die Fahrzeuge per Lichtschranke vermessen und da fällt leider jeder cm auf.

 

2) Während der Überfahrt im Bulli bleiben?

Leider ist es bei allen längeren Überfahrten (also die Fahrten die mehrere Stunden dauern) nicht mehr erlaubt, einfach im Bulli zu bleiben. Die Fahrzeuge müssen verlassen werden und der Aufenthalt auf dem Parkdeck ist verboten. In Südeuropa gibt es Routen, da ist ein sogenanntes “Camping an Board” erlaubt, wenn ihr so ein Camping Ticket für die Fähre gekauft habt, müsst ihr sogar im Womo bleiben. Auf den Routen in Richtung Skandinavien konnte ich eine solche Möglichkeit allerdings noch nicht entdecken.

 

3) Günstige Tickets!

Wisst ihr frühzeitig euer genaues Reisedatum, lohnt sich auch schon der Kauf der Fährtickets. Denn bis zu einem bestimmten Datum erhaltet ihr einen Frühbucher Vorteil. Noch einen spezial Tipp von mir… Sollte es euch so gehen, dass ihr noch einige Tage Zeit habt, bevor ihr auf die Fähre geht (egal ob Hin- oder Rückweg), lohnt sich der Besuch am Ticket Schalter. Auf meiner 4,5 monatigen Schweden Tour bin ich irgendwann in Malmö gelandet, bin zum Hafen gefahren und habe einfach gesagt, ich möchte irgendwann in den kommenden 2-3 Tagen zurück fahren, genauer Tag und Zeitpunkt ist mir egal, es soll möglichst günstig werden und ich benötige eine Kabine, weil ich einen Hund dabei habe.

Daraufhin hat die Dame in den Computer geschaut und ich konnte ein “Restticket”, 1,5 Tage später ergattern. Gut, die Abfahrtszeit war nicht super perfekt, denn es ging gegen 22 Uhr los, die Nacht durch und gegen 5 Uhr kamen wir in Travemünde an. Aber, dadurch dass es ein “übrig gebliebenes Ticket” war, habe ich insgesamt (also für das Womo, Hund, Kabine und mich) unter 80 Euro gezahlt, plus haben sie mir “kostenlos” ein Upgrate auf eine Suite gegeben… Nicht ein kleines “Loch” namens Heimtierkabine wie auf der Hinfahrt, sondern eine Suite, samt Balkon, Wanne und rieeeeeesem Bettchen. Ich kann euch natürlich nicht versprechen, dass das bei euch auch so toll funktioniert und mir ist auch klar, dass wohl nur die wenigsten sagen können, zeitlich ist alles total egal, Hauptsache ich komme hier in den nächsten 3 Tagen weg, aber ich denke diese Restplätze sind preislich immer interessant. Wenn ihr also Zeit habt, nachfragen lohnt sich!

 

4. Fähre und Hund

Bei einigen Anbietern müsst ihr grundsätzlich, wenn ihr einen Hund mit on Tour nehmt, eine so genannte Heimtierkabine mit buchen. Das sind kleine, einfache Zimmer/ Kabinen, für euch und den Hund.

Es gibt aber auch Anbieter, bei denen die Buchung einer solchen Kabine keine Pflicht ist. Mein erster Gedanke vor der Tour nach Schweden war, na toll, was für eine Schei..e. So eine Kabine ist natürlich nicht gerade günstig und um das mal vorweg zu nehmen, eine solche Kabine ist echt nicht schön,winzig klein, ohne Fenster…. aber gut… es blieb mir ja nichts anderes übrig und die Überfahrt dauerte 7-8 Stunden, ich wollte in dem Zimmer ja keine Wochen verbringen.

Als der Tag dann endlich gekommen war und wir erstmal auf der Fähre waren… was war ich happy über mein kleines Zimmerchen. Ohne diesen Raum wäre die Überfahrt richtig anstrengend geworden, denn was ich nicht eingeplant hatte, so ein Schiff ist stellenweise echt laut, schwankt, hat super steile Treppen und ich hatte meine Milla bei mir, die mit der Situation komplett überfordert war und tierisch Panik bekam.

Zum Glück hatten wir unser Zimmerchen… dort hatten wir unsere Ruhe, ich hab Milla mit aufs Bett gelegt und dort ließ dann auch, ganz nah an mich gekuschelt, die Angst nach.

Ehrlich, ich allein hätte nicht gewusst, wie ich die 7-8 Stunden ohne Raum hin bekommen hätte, denn man darf den Hund ja auch nicht mit ins Restaurant nehmen. Ich hätte also nur schauen können, dass ich irgendwo auf den Gängen einen Stuhl ergattere um dort die ganzen Stunden zu hocken und zu hoffen, dass Milla sich abregt.

Wie schon gesagt, diese Heimtierkabinen sind  nicht günstig, für mich gibt es aber nur zwei Wege um mit Hund eine längere Zeit auf einer Fähre zu überbrücken. Entweder wir können im Womo bleiben und machen Camping an Board, oder wir buchen eine Heimtierkabine.

 

5) Letzer Punkt, Thema Seekrankheit

Normalerweise sagt man wohl, auf so großen Fähren würde man nicht so schnell Seekrank… darauf würde ich nicht vertrauen 🙂 Gut, jetzt habe ich allerdings auch in solchen Situationen einen EXTREM empfindlichen Magen! Ohne Witz… wir befanden uns noch im Hafenbecken, die Fähre wendete gerade, da wurde mir schon furchtbar schlecht! Aus diesem Grund war ich natürlich doppelt und dreifach froh, die Kabine mit eigener Toilette usw. zu haben… plus meine Ruhe. Als die Medis dann endlich wirkten, konnte ich auch irgendwann die Stunden auf der Fähre entspannt genießen.:-). Ich würde mich an eurer Stelle immer mit einem Reisemedikament ausstatten. Wenn euch so furchtbar schlecht wird und das Schiff bewegt sich weiter und weiter, plus warten noch 5,6,7 oder 13 Stunden Überfahrt auf euch, ist das kein gelungener Einstig in euren wohlverdienten Jahresurlaub.

 

So, soviel zum Thema grundsätzliche Tipps zur Reise mit der Fähre.

 

 

Dann kommen wir jetzt zu den verschiedenen Fährrouten in Richtung Skandinavien.

Rostock – Gedser  /  Dauer: ca. 1,5 Stunden  /  Homepage Scandlines

Sassnitz – Ronne  /  Dauer 3,5 Stunden  /  Homepage Faergen

Puttgarden – Rodby  /  Dauer 45 Minuten  /  Homepage Scandlines

Sylt (List) – Romo (Havneby)  /  Dauer 45 Minuten  /  Homepage Sylt Fähre

Rostock – Trelleborg  /  Dauer: Zwischen 5,5 und 7,5 Stunden (je nach Tageszeit)  /  Homepage TT-Lines

Travemünde – Trelleborg Dauer: Zwischen 7 und 9,5 Stunden (je nach Tageszeit)  /   Homepage TT-Lines

Sassnitz – Trelleborg  /  Dauer: Ca. 4 Stunden  /  Homepage Stena Line

Kiel – Göteborg  /   Dauer: Ca. 14,5 Stunden  /  Homepage Stena Line

Travemünde – Malmö  /  Dauer: 9 Stunden  /  Homepage Finnlines

Kiel – Oslo  /  Dauer: Ca. 19,5 Stunden  /  Homepage Color Line

Travemünde – Helsinki  /  Dauer: Zwischen 28 und 36 Stunden (je nach Art der Fähre)  /  Homepage Finnlines

Nachdem die oben genannten Fähren hoch in den Norden Europas tuckern, geht es jetzt innerhalb Deutschlands weiter. Die Tickets für die hier genannten Fähren können ganz einfach direkt vor Ort gekauft werden.

AUFGEPASST, AUF VIELEN DEUTSCHEN INSELN HERRSCHT AUTO FREIE ZONE! 

Ein Tagesbesuch vom Festland aus, ist aber immer wieder ein Urlaubs Highlight.

 

Fähren vom Festland auf die ostfriesischen Inseln:

 

Norddeich Mole – Norderney , Dauer ca. 1 Stunde

Bensersiel – Langeoog , Dauer 1 – 2 Stunde ( Schiff oder Katamaran), Auto freie Insel!

Emden – Borkum, Dauer 1- 2 Stunde (je nach Gezeiten)

Norddeich Mole – Juist, Dauer ca. 1,5 Stunde, Auto freie Insel- Pferdekutschen

Harlesiel – Wangerooge, Dauer ca. 1,5 Stunden, Auto freie Insel

Neuharlingersiel – Spiekeroog, Dauer 45 Minuten, Auto freie Insel

Neßmersiel – Baltrum, Dauer 15-30 Minuten, Auto und Fahrrad freie Insel, nur Kutschen

 

Fähren vom Festland auf die nordfriesischen Inseln:

 

Dagebüll – Amrum, Dauer 1,5 Stunde, stark witterungsabhängig

Dagebüll – Föhr, Dauer 45 Minuten, stark witterungsabhängig

Helgoland erreicht ihr von vielen verschiedenen Ausgangspunkten, (Hamburg, Bremerhaven, Cuxhaven, Wilhelmshaven, Büsum und Wedel). Dabei liegt die Fahrzeit zwischen 2,5 und knapp 4 Stunden. Helgoland ist eine Auto freie Insel.

Cuxhaven – Neuwerk (Hamburg) , Dauer ca. 1,5 Stunden , Auto freie Insel

Der Autozug Niebüll – Sylt transportiert keine Wohnmobile mehr, da es immer wieder Schäden an den Dachfenstern gab. Um mit dem Wohnmobil nach Sylt zu gelangen, müsst ihr die Fähre Romo (Dänemark) – Sylt nutzen.

 

Mit der Fähre auf die Inseln der deutschen Ostsee:

 

Stralsund – Hiddensee, Dauer ca. 2 Stunden , Auto freie Insel

 

Diese Inseln sind durch Brücken mit dem Festland verbunden:

 

Insel Fehmarn, diese Insel erreicht ihr über die Fehmarnsundbrücke.

Insel Usedom, Usedom ist über die Peene Brücke im Norden und die Zecheriner Brücke im Süden zu erreichen. Aufgepasst… beide Brücken sind Klappbrücken. Zu Ferienbeginn steht man da gerne mal Kilometerlang im Stau.

Insel Poel, diese Insel ist über einen Autodamm zu erreichen.

Insel Vilm, es handelt sich hierbei um ein Biotop und Naturschutzgebiet. Mittlerweile sind wenigen Gästen pro Tag ein Besuch der Insel mit Führern erlaubt. Einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Natürlich Auto frei!

 

Fazit: Mit dem Wohnmobil per Fähre in den Urlaub

Mittlerweile gibt es wirklich viele praktische Fährrouten und gerade wenn ihr nicht ganz so viel Zeit habt, bzw. freie Urlaubstage, lont sich die Nutzung einer Fähre ungemein!

 

Auf den großen Fähren die hoch nach Skandinavien fahren, gibt es alles an Bord, vom Restaurant bis zur Sauna mit Schwimmbad. Ihr könnt euch also auf die Fähre freuen, denn es erwartet euch mit Sicherheit viel schönes.

Denkt an eine Packung Reisemedikamente und wenn ihr mit dem Hund on Tour seid, informiert euch genau, ob und wie der Hund mit auf die Fähre darf. Eine eigene Kabine ist für Hundebesitzer absolut von Vorteil, reist ihr ohne Hund, ist eine Kabine ein schönes Bon-Bon.

Wenn ihr gar nicht soooo weit verreisen möchtet, lohnt sich ein Besuch der deutschen Inseln in Nord und Ostsee. Häufig gibt es in der Nähe der verschiedenen Häfen auch einen Stellplatz, so dass ihr selbst auf Auto freie Inseln nicht verzichten müsst.

Besonders günstig ist natürlich die Reise auf eine Insel, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Hier habt ihr das absolute Insel Feeling, ohne zusätzliche Kosten.

Für welches Ziel ihr euch auch immer entscheidet, ich wünsche euch einen tollen Sommer und einen wunderschönen Camping- Retro Bulli – Road Trip.

Ganz viel Spaß

 

unterschrift-1 Fähren - Von Norddeutschland aus in den Norden

 

 

und das Old Honk Team